Die Arena – Cirque Band 2 – Letzte Entscheidung von *Hayley Barker*

Heute habe ich euch die Rezension zum zweiten Band der Arena Reihe mitgebracht. Eine Geschichte die mich mehr als nur berührt hat und die politisch gesehen gar nicht so weit hergeholt wirkt…

Die Arena (Cirque Band 2)
Letzte Entscheidung
Autorin: Hayley Barker
Format: Gebundene Ausgabe, Ebook
Preis: HC 18,00 / Ebook 14,99
Seitenanzahl: 518
Verlag: Rowohlt
Band 2 von 2
5 von 5

Nachdem Hoshiko und Ben den Zirkus in Brand gesetzt haben, sind sie nun auf der Flucht. Doch Bens Mutter wird alles daran setzen, um ihn zu finden und Rache zu nehmen; ihn in die Enge zu treiben und dazu zu zwingen, sich für Hoshiko zu opfern. Denn die tödlichste Show der Welt ist wieder zurück. Und wenn Ben dachte, er würde ihre dunkelsten Geheimnisse schon kennen, dann muss er nun feststellen, dass er das wahre Ausmaß des Schreckens unter dem Kuppeldach erst jetzt kennenlernen wird – als die neue Attraktion des Zirkus …

Gott sei Dank hat es nicht lange gedauert, bis dieser zweite Teil das Licht der Welt erblickt hat, denn ich glaube ich wäre ziemlich fertig gewesen, wenn wir jetzt alle ein Jahr darauf hätten warten müssen. Der erste Band war einfach so spannend und emotional, dass ich mich wie verrückt auf den zweiten gefreut habe. Auch dieser war voller Gefühl, Grausamkeit aber auch Liebe und Selbstaufopferung. Die Geschichte um Hoshiko und Ben hat mich von Anfang an tief berührt und Spuren hinterlassen, denn wie wir alle wissen, ist diese Unterdrückung, welche die Autorin beschreibt, nicht so weit hergeholt. Unsere Geschichte erzählt eine ebenso grausame Zeit und selbst jetzt befinden wir uns wieder auf solch einem Weg. Auch wenn er noch etwas entfernt scheint. Der Hass wächst von Tag zu Tag, die Menschen werden unruhig, werden gewalttätig, schließen sich Gruppierungen an, um sich gegenseitig zu massakrieren. All das, ist nicht so weit entfernt, wie wir alle vielleicht denken.

Ich glaube, dass uns die Autorin mit Hoshikos und Bens Geschichte etwas mitteilen möchte, uns zeigen möchte, wie es in mancherlei Hinsicht in unserer Gesellschaft aussieht. Und sie hat damit voll ins Schwarze getroffen. Mit diesem zweiten Teil hat sie mich noch mehr begeistert als mit dem ersten, weil er für mich noch tiefgreifender war. Wir lernen endlich die Slums der Dregs kennen, Menschen die sich von den Pures nur davon unterscheiden, dass sie aus allen möglichen Ländern stammen und angeblich unrein wären. Vergleichen wir dies doch einmal mit uns Deutschen. Früher nannten wir uns Arier, die vollkommene und reine deutsche Rasse, blondes Haar, hellblaue Augen. Ich bin deutsch, meine Großeltern sind Deutsch und doch bin ich brünett und habe hellgrüne Augen. Das hat einen Grund. Meine Oma hat in ihrem Stammbaum jemanden mit ausländischen Wurzeln. Sie und ich sind die einzigen, mit dunklen Haaren und grünen Augen in der Familie. Wenn man also die Ansichten der Pures im Buch vertritt, wäre ich eine Dreg. Nicht reinrassig, weil ich kein reines Blut besitze. Ein Pure wäre ich also nur, wenn meine Blutlinie vollkommen deutsch wäre, egal wie weit sie zurückreicht.

Ihr seht, es gibt keinen Mensch auf dieser Welt, der eine vollkommen „reine“ Blutlinie besitzt und wenn es so wäre, dann ist dies extrem selten. Das ist das eigentliche Thema des zweiten Bandes, denn seit Jahren der Unterdrückung, stellt sich nun eine Frau zur Wahl, die sich FÜR die Dregs ausspricht. Nach langer Zeit, fühlen die Menschen in den Slums Hoffnung.

Das Buch beginnt mit der Flucht von Hoshiko und Ben. Sie sind jetzt schon ein ganzes Jahr unterwegs, müssen ständig den Platz wechseln, denn die Pures sind ihnen auf den Fersen, besonders Bens Mutter. Und nach diesen langen Monaten, scheint es auf einmal keinen Ausweg mehr zu geben und die Gruppe muss sich schweren Herzens trennen. Im Hintergrund jedoch, bahnt sich das nächste Unheil an, denn nachdem Hoshiko und Ben den Zirkus in die Luft gejagt haben, entsteht nun ein neuer, noch gewaltiger und mittendrin Bens Mutter und ein Mann, der längst für Tot gehalten wurde… Die Vorstellung kann wieder beginnen, schlimmer, grausamer und blutiger als je zuvor!

Die Arena ist definitiv eines meiner Jahreshighlights, allein schon wegen der gewagten Geschichte und der Grausamkeit, die von der Autorin absolut realistisch rübergebracht wurde. Für mich auch politisch gesehen ein sehr wichtiges Thema, was uns alle beschäftigen sollte. Die Autorin hat einen aufregenden und mitreißenden Schreibstil, der einen in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Ab der ersten Seite war ich gefangen in dieser grausamen Welt, die von Hayley Barker hier erschaffen wurde. Bis zur letzten Seite habe ich mitgefiebert und bin etwas überrascht über das Ende. Es lässt definitiv Raum für einen weiteren Band. Wer weiß, vielleicht überrascht sie uns und schreibt noch einen dritten Teil. Freuen würde ich mich auf jeden Fall.

Wie erwartet, bekommt auch Band zwei dieser Dilogie eine absolute Leseempfehlung von mir, da er für mich noch tiefgreifender war, als der erste. Beide haben mich auf ihre ganz eigene Art und Weise beeindruckt und daher bekommen beide Teile auch einen Platz in meiner Favoriten Auswahl. Man sollte wirklich nicht zart besaitet sein, wenn man diese dystopische Geschichte liest. Solltet ihr mit Unterdrückung und Gesellschaftskritik nicht umgehen können, sowie mit Gewalt, die auch zum Teil an Kindern verübt wird, dann solltet ihr vielleicht die Finger davon lassen. Jeder der mit oben genannten Themen keine Berührungsängste hat, darf sich auf eine spannende und mitreißend grausame Geschichte gefasst machen.

Ich danke dem Rowohlt Verlag für das fantastische Rezensionsexemplar und freue mich weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit mit euch.

Und jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Lesen ihr Lieben und freue mich auf eure Meinungen und Kommentare zum Buch! Bis zum nächsten mal!

 

Hayley Barker hat fast achtzehn Jahre als Englischlehrerin gearbeitet, bevor sie sich in Vollzeit dem Schreiben widmete. Sie liebt Jugendbücher, und ihre Romane veröffentlicht zu sehen, ist für sie das größte Abentuer ihres Lebens. Sie lebt mit ihrem Mann, zwei Söhnen und einem etwas hyperaktiven Hund in Essex.

 

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